Expeditionsseereisen ins Reich der Eisbären

Expeditionsseereisen ins Reich der Eisbären

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Raudfjorden und Bruceneset

Vom höchsten Punkt der Brucevarden bietet sich ein fantastischer Blick auf die rauen Bergketten an der Westseite des Raudfjorden sowie auf die roten Sandsteinberge im Süden und Osten, die dem Fjord seinen Namen gaben. Hier liegt auch das Grab von Erik Zakariassen Mattilas, der während der Überwinterung 1907 an Skorbut starb.
Die Bucht Alicehamna liegt im Osten des Raudfjorden südlich von Bruceneset. Die Bucht bietet guten Ankergrund und das Ufer ist bestens für Anlandungen mit Booten geeignet. Deshalb wird die Bucht seit langer Zeit gerne von Jägern, Wissenschaftlern und Touristen besucht. Sie ist nach dem Schiff Princesse Alice benannt, mit dem Prinz Albert I von Monaco seine ozeanografischen Expeditionen in den Jahren 1898 bis 1907 durchführte. Albert unterstütze verschiedene Wissenschaftler bei ihrer Arbeit, neben anderen auch William Bruce, Fridtjof Nansen und Gunnar Isachsen. Vor allem Gunnar Isachsen gilt als Wegbereiter der modernen norwegischen Spitzbergenforschung.
Am Ufer der Alicehamna steht eine Hütte, sie ist als Raudfjordhytta bekannt. Obwohl sie nicht unbedingt so aussieht, handelt es sich um eine relativ neue Hütte. Nicht weit enfernt gab es schon ab 1927 eine Hütte, die vom schwedischen Trapper Sven Olsson errichtet wurde, der als "Stockholms-Sven" bekannt war. 1884 in Stockholm geboren, kam er 1916 nach Longyearbyen. Zunächst arbeitete er als Kellner in Camp Morton und begann dann seine Trapperkarriere im Jahr 1922. Die meiste Zeit verbrachte er im Norden von Spitzbergen und im Sommer 1927 kaufte er eine Hütte am Biscayarhuken. Er hatte im ersten Winter auf Spitzbergen bei einem Erdrutsch schwere Gesichtsverletzungen erlitten und wollte sein Gesicht keinem Menschen südlich von Longyearbyen mehr zeigen.
Zwischen der Raudfjordhytta und Brucevarden liegt auch ein altes Walfängergrab. Der Sarg war ursprünglich von Steinen bedeckt, ist inzwischen aber durch den Frost und die damit verbundenen Bodenbewegungen teilweise sichtbar. Der Schädel und einige Knochen sind durch die Lücken zwischen den Brettern und Steinen erkennbar. Wer hier begraben liegt, ist nicht bekannt.