Expeditionsseereisen ins Reich der Eisbären

Expeditionsseereisen ins Reich der Eisbären

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Hinlopenstraße

Geologie und Landschaft

Das Gestein nördlich des Lomfjorden und des Wahlenbergfjorden ist relativ alt und die Landschaft ist durch einige große Strandterrassen geprägt. Der Lomfjorden erstreckt sich nach Süden zwischen steilen Bergen, die zur Hauptinsel Spitzbergen gehören, während der Wahlenbergfjorden sich eher östlich zwischen Bergen der Insel Nordaustlandet und gewaltigen Gletschern erstreckt. Dabei handelt es sich um eine Übergangszone zwischen altem Grundgestein und jüngeren aufliegenden Schichten. Die Deckschichten aus Dolomit und Kalkstein stammen überwiegend aus dem Karbon und dem Perm, es gibt auch einige Intrusionen aus Dolerit.
Nach Süden hin verbreitert sich die Hinlopenstraße, hier liegen zahlreiche größere und kleinere Inseln und die Landschaft wird von großen Gletschern dominiert.

Tierleben

Im April und Mai kehrt mit den Vögel das Leben in die Hinlopenstraße zurück. Der Lärm der in ihre Brutgebiete zurückkehrenden Krabbentaucher, Dickschnabellummen und Eissturmvögel ist nicht zu überhören. Die meisten Vögel ziehen in den westlichen Teil der Hinlopenstraße, die Brutgebiete liegen überwiegend südlich des Lomfjorden. Der größe Vogelfelsen Alkefjellet liegt gleich südlich des Lomfjorden und wird von mehreren hunderttausend Dreizehenmöwen und Dickschnabellummen bevölkert.
Eisbären kommen in der Hinlopenstraße häufig vor, einige wenige "Sommerbären", die das Gebiet nicht verlassen, sind oft auf den Inseln der Hinlopenstraße oder unterhalb der Vogelfelsen zu beobachten. Sie tauchen immer wieder auch völlig unerwartet auf. Dies musste auch eine Gruppe von Kartographen erfahren, die im Sommer 1995 in der Hinlopenstraße arbeitete. Ein junger Bär griff bei einer Anlandung auf der Insel Kiepertoya zwei Mitglieder der Gruppe an, die mit einer Pistole mit Kaliber 22 nur unzureichend ausgerüstet war. Einer der angegriffenen Männer wurde vom Eisbär tödlich verletzt. Sommerbären haben nur sehr eingeschränkt Zugriff auf Futter und ihr Verhalten ist völlig unvorhersehbar.
Einige der bekanntesten und am häufigsten besuchten Ruheplätze von Walrossen liegen in der Hinlopenstraße. Besonders erwähnenswert sind die Augustabukta und Torellneset. Bei der Annäherung an Walrosse ist besondere Vorsicht geboten, sie dürfen auf keinen Fall gestört werden. Auch Belugawale, Ringelrobben und Bartrobben trifft man immer wieder an.
Auch Rentiere leben im Bereich der Hinlopenstraße. Insbesondere im etwas dichter von Vegetation bedeckten inneren Lomfjorden und am Ende des Wahlenbergfjorden sowie im Palanderdalen und auf der Scaniahalvoya sind sie zu finden.

Geschichte der Hinlopenstraße

Man vermutet, dass die Hinlopenstraße nach Thymen Jacobz Hinlopen benannt ist, einem der Vormänner der holländischen Noordsche Compagnie im 17. Jahrhundert. Sollte dies tatsächlich zutreffen, dürfte die Hinlopenstraße schon sehr früh im 17. Jahrhundert entdeckt worden sein.
Im Jahr 1864 war der Forscher Nordenskiöld in der Hinlopenstraße unterwegs und rettete die Besatzungen von sechs Ruderbooten. Sie hatten ihr Fangschiff verlassen, dass bei Kapp Leigh Smith vom Eis eingeschlossen worden war. Ihr Plan war gewesen, Nordaustlandet südlich zu umrunden und dann Richtung Norden die Hinlopenstraße entlang zu rudern in der Hoffnung, nördlich von Spitzbergen auf Schiffe zu treffen.